Zweiter – der erste Verlierer

labestia

 

„…eines darf man nicht vergessen, der FC Bayern hat eine außerordentlich gute Saison gespielt aber…“
Wer weiß denn wann, in welchem Zusammenhang und von wem dieser Satzfetzen ist ? Ich verrate es euch, mein alter Freund Hans-Joachim Watzke hat diesen Sommer im Doppelpass mit einem süffisantem grinsen diese Wort von sich gegeben. Der Zusammenhang war die Analyse der Spielzeit 2011/12 – außerordentlich gut.

Weihnachtszeit ist nun vorbei, in ein Paar Stunden das Jahr 2012 um und während ich gerade mit einem lauten knacken eine Becks-Bierdose geöffnet habe ist mir dieser Spruch vom BVB Boss wieder eingefallen. Zugeben, ich bin sehr froh darüber denn bislang wusste ich leider nicht wie ich beginnen sollte meine Gedanken über das Jahr 2012 in ordentliche Textform zu bringen.

Weihnachtszeit ist es eben, Jahreswechsel und das bedeutet für mich und viele andere eine Zeit des Nachdenkens. Die letzten 12 Monate Revue passieren lassen. Wie schwer mir das fällt lässt sich vielleicht daran erahnen das ich ein Dortmund Zitat brauche um überhaupt irgendwie mit diesem Text anzufangen – ganz einfach deshalb, da ich nicht weiß wo der Anfang überhaupt ist. Fußballerisch, Sportlich, Spielerisch dieses Jahr aufzuarbeiten würde zu viel Zeit, zu viel Geduld und zu viel Nerven benötigen denn es ist so viel Passiert.

Irgendwo angefangen mit einer verlängerten Herbstdepression welche den ersten Tabellenplatz der Fußball Bundesliga kostet, weiter über Niederlagen gegen Dortmund in Meisterschaft und Pokal bis hin zu einem Fiasko das mir in schwierigen Nächten sogar jetzt noch manchmal den Schlaf kostet. Dabei war doch alles außerordentlich gut. In drei Wettwerben bis zum ende dabei, in drei Wettbewerben der zweit beste.

Ich habe mir in den letzten Tagen, auch aus persönlichen Gründen immer wieder die Frage gestellt ob man nicht eigentlich Stolz auf einen zweiten Platz sein sollte – ob es nicht sogar vermessen, gerade zu Arrogant ist unzufrieden damit umzugehen das nur einer besser war. Letzten Endes bin ich soweit das ich zwei mögliche Ursachen gefunden habe warum es rückblickend nicht Gold sondern Silber ist. Version 1: der Gegner war „besser“ als man selbst – Version 2: man selbst war schlechter als der Gegner. Beides scheint auf den ersten Blick gleich, ist es aber bei genauem hinsehen überhaupt nicht.

Version1: „Der Bundesliga Fall“ ist eine Niederlage welche sich sehr logisch erklären lässt. Die Saison endet, der Titel bleibt in Dortmund, warum war das so ? Erstmal ganz einfach weil die Dortmunder mehr Punkte geholt haben, in mehr Spielen als Sieger vom Platz gingen. In einer Konstellation welche am ende Tabellarisch abgerechnet wird gibt es sehr selten den bekannten „unverdienten“ Gewinner. Hier passiert meistens, nahezu immer Version 1 denn wer nach 34 Möglichkeiten sich zu beweisen ganz oben steht ist das nicht weil die anderen alle etwas verbockt haben sondern weil man selbst einfach besser war oder eben der Gegner.

Version 2: „Der Champions League Fall“ ist da wesentlich schwieriger zu erörtern. Denn auf den ersten blick bedeutet „schlechter“ ja das selbe wie „der andere besser“ jedoch ist „schlechter“ ebenso das synonym für „Pech“ oder „das Glück nicht erzwungen zu haben“. Diese Art von Ursache kann immer dann Begleiter sein wenn ein einziges Spiel, ein Finale über Sieg oder Niederlage entscheidet. Version 2 ist die, für den Verlierer, schmerzhaftere Variante. Deshalb weil man es doch irgendwie eigentlich verdient hätte jetzt Gold zu tragen und es doch nicht tut weil ein ganz kleines etwas den Ausschlag in die andere Richtung gegeben hat.

Wir schreiben den 19. Mai 2012 in München – Dieses Fiasko welches durch logisches denken nicht erklärt werden kann. Dieses Finale in dem die Spielerisch schwächere Mannschaft am Ende den Titel in den Händen hält. Ich will nicht allseits bekanntes wiederholen oder Wunden wieder aufreißen die bei einigen vielleicht zu heilen begonnen haben, nein aber dennoch ist es mir persönlich immer noch zu präsent um damit aufzuhören darüber zu reden. Es versetzt mich immer noch zu sehr in Rage, dieses Spiel das nie passiert ist..

So oft habe ich mittlerweile schon Dinge gehört wie „lass doch mal gut sein mit deinem Finale“ oder „Hack- es ab. Nein das kann und will ich nicht! Ich fühle mich auch jetzt noch um diesen Titel betrogen, ich bin auch jetzt noch schwer enttäuscht das unser Verein das „Sieger Gen“ verloren hat und ich bin es leid zu sehen das nur 6 Monate nach diesem Tag so getan wird als wäre alles in Butter. Diese Geschichte ist meiner Meinung nach an diesem nicht geendet – sie geht noch weiter. Sie geht dann noch weiter wenn unsere Spieler nicht gelernt haben, nicht verstanden haben Schlüsse aus alle dem zu ziehen.

Das ganze Jahr zu analysieren wäre zu aufwendig und vielleicht tue ich Mannschaft und Verein auch unrecht das ich das gesamte Jahr auf dieses eine Spiel reduziere doch wer mich kennt weiß das es für mich eben nur diesen einen Abend gab und geben wird. Wahrscheinlich ist es sogar wirklich etwas überzogen einen ganzen Kalender melancholisch zu betrachten…

Bevor nun ein Gewitter über mich herein bricht. Natürlich habe auch ich die zweite Jahreshälfte verfolgt und ja es war nicht alles schlecht. Freilich macht es Spaß Kampfzwerg Shaqiri spielen zu sehen, zusammen mit Ribery und Müller in alter Stärke, diesem abgeklärten Dante und all den neuen Möglichkeiten durch Mario M. Zugegeben auch meine Augen haben bei Toren gegen Stuttgart, Hamburg, Schalke, Lille etc. geleuchtet. Es war schon viel gutes Neues dabei aber mindestens ebenso viel altes (Dortmund, Leverkusen, Nürnberg, Valencia, Borisow) und so wird erst der Jahresrückblick 2013 zeigen was das neue wert war.

Mit 2012 Endet ein gebrauchtes Jahr, die Analyse: Der zweit beste, ist der erste Verlierer, es gab einmal Zeiten da hätten das unsere Spieler auch so gesehen doch irgendwie ist das alles viel zu lange her.

Freunde lasst es heute Abend ordentlich krachen! Ihr wisst ja , nach dem Spiel ist vor dem Spiel und das nächste immer das schwerste.

Rot weiße Grüße

Flo


Sehr geehrter Herr Schweinsteiger

Habt ihr Heute schon Bild.de gelesen ? Ich weiß schon, das sind Seiten die man eigentlich meiden sollte. Normalerweise tue ich das auch, durch Zufall jedoch fiel mir ein Artikel mit dem Titel „Der Schweinsteiger Knacks“ ins Auge. In diesem Artikel sinnieren die Bild Redakteure über die Rolle von Bastian Schweinsteiger beim FCBayern. Es wird angeführt das er durch den möglichen Martinez Transfer aus dem Kader fallen könnte, das Sammer ihn unter Druck setzt und er selbst komische Psychiater Witze macht.
Auf die Bild gebe ich Grundsätzlich nicht viel nur die Personalie Schweinsteiger macht mir große Sorgen! Nicht weil angeblich ohne Ihn geplant wird, nicht weil Sammer ihn angeblich in die Pflicht ruft, nein ganz Persönlich um seine Person! Wenn ich die letzten Wochen von „Schweini“ beobachte sehe ich einen gebrochenen Jungen Mann. Ich kenne Ihn nicht zugeben und nochmal zugegeben ich weiß nicht wie er sich Privat gibt…

In meinem letzten Blog „Fernweh“ habe ich meine Persönlichen Probleme mit dem CL Finale erklärt, ich habe mich darüber Aufgeregt das unsere Spieler nicht dafür gekämpft haben diesen Titel für uns zu holen, ich habe gesagt sie hätten es nicht gewollt. Wenn aber einer in dieser Mannschaft das Bayern-Gen verinnerlicht hat dann ist es Bastian Schweinsteiger. BS31 ist der letzte der diese Mentalität noch lebt, der noch versteht was „weiter immer weiter“ bedeutet. Er ist der einzige der das ganze Chaos um den Verein in den letzten Jahren genauso Persönlich genommen hat wie ich, wie so viele andere Bayern Fans. Er gibt niemals auf, er ist „Kampfsteiger! Er war der einzige der diesen 19.5. wirklich geglaubt hat und er Stand Machtlos genau wie wir dabei als uns alles genommen wurde. Schlimmer noch er hat sogar den Entscheidenden Elfmeter verschossen. Das in Verbindung mit Dortmund, mit alle dem was in unserem Verein passiert hat ihm – so glaube ich – einen genauso großen Schlag versetzt wie mir. Er musste begreifen das alles nicht mehr so ist wie früher und das, dass weg genommene nie wieder zurück kommt.

Bastian Schweinsteiger ist einem Psychischem Loch. Nicht wegen Verletzungen, der drohenden Ersatzbank oder irgendeinem Bild Firlefanz! Er ist in einem Psychischen Loch weil ihn das ganze Pech der letzten Saison einfach müde gemacht hat. Er ist ausgebrannt genauso wie ich es bin, er tut mir so unendlich leid…
Sehr geehrter Herr Schweinsteiger,  Sie da Sie der letzte sind der unser Trikot lebt bitte ich inständig noch einmal alles Ihnen mögliche daran zu setzen aus diesem Loch heraus zu kommen. Sie sind kein Verlierer! Wir alle haben gesehen das Ihnen das Leben etwas Grauenhaftes angetan hat. Ich fühle mit Ihnen mehr als jeder andere. Doch ich sitze weit entfernt, Sie aber haben die Möglichkeit die Geschichte noch einmal zu beeinflussen! Besinnen Sie sich ein letztes mal auf das was tief in Ihrem Herzen verankert ist, kämpfen sie noch einmal aufzustehen und Herr Schweinsteiger ich glaube fest daran wenn Sie vorne weg gehen wird das Leid am ende doch einen Sinn gehabt haben. Stehen Sie dort auf wo jeder andere liegen bleiben würde, beweisen Sie der Welt was Sie können. Niemals aufgeben! Immer weiter machen, ich weiß Sie können es!
Herzlichste Grüße!

 


Fernweh

 

Fernweh

„Jaaaaa es ist soweit, Tor Tor Tor! Die EM Zeit beginnt mit dem Auftaktspiel…“ Schoss es mir heute aus meinen Autoboxen entgegen als ich das Radio eingeschaltet hatte um auf die Arbeit zu fahren. „…ganz Deutschland drückt unseren Jungs die Daumen..“ wurde weiter geschwärmt und das sich ja alle so auf dieses riesen- Event freuen. Mit müden Augen drückte ich einen Sender weiter um genervt festzustellen das es auf sämtlichen Kanälen nichts anderes zu hören gab. Alles was meine Ohren empfangen ist „bla bla bla“.

Wer mich kennt weiß das ich so meine Probleme mit diesen Fussball Welt Veranstaltungen habe. Diese Superlativen bei denen die Disco Blondinen mit den Özil Trikots, von oben bis unten Schwarz-Rot-Gold beschmiert, „schlaaaaaand“ brüllend von Public Viewing zu Public Viewing rennen. Alle sind sie Deutschland „Fans“ alle sind sie begeistert von dieser Sportart. Ein weiterer Grund sich kurze Röcke anzuziehen und mit zu leiden. Mal ganz ehrlich – ist mir auch egal. Public Viewing übrigens ist hier ein gutes Stichwort. 2006 im Zuge des Sommermärchens ins leben gerufen gibt es ja immer verrücktere Orte an denen gemeinsam gefeiert wird. So wird tatsächlich in in der Örtlichen Dorf Disse am Samstag auf einer Großleinwand das Deutschland Spiel übertragen um danach direkt mit DJ JayTayKay Mr. One Fantastic Dingenskirchen eine riesen- Party zu veranstalten. Das ist er, der Fussball in Reinkultur! Bzw. Das zu dem er gemacht wird, der Arbeiter Sport mit Herz und Seele: Event, Kommerz!

Es hat für mich alles etwas sehr bezeichnendes. Es ist jetzt 20 Tage her. Diese Nacht die sich in mein Herz gebrannt hat. Noch vorgestern habe ich einem Kumpel erzählt das ich 7 mal angefangen habe über die Ereignisse und die Gefühle dieses Spiels zu schreiben und 7 mal wieder abgebrochen habe. Seitenlang, Tausende Buchstaben Gefühle die nicht zu ende fortgeführt werden konnten weil mich der Schmerz zu tief trifft. Immer noch! Immer noch mit der selben kraft. Beginne ich nachzudenken und mich zu besinnen verkrampft mein gesamter Körper. Wie in einem Actionfilm Flash back schießen Bilder in meinen Kopf. München, Rot, Finale, Müller, Robben, Dorgba, Jubel, Neuer, Schweinsteiger… Leere. Dunkelheit!

Als meine Persönliche Schlacht habe ich das Spiel Bayern – Chelsea noch 2 Tage zuvor beschrieben. Vize Meister, Vize Pokalsieger, 5 mal von Dortmund geschlagen. Gebrandmarkt von den Hämischen Gesten und Jubeln der BVB Anhänger die plötzlich wie Unkraut aus dem Boden sprießen. Die großen Probleme die in unserem Verein einen Schatten über alles werfen. Angefangen bei der Politik die mit uns Fans betrieben wird, über die schwachen Transfers, der Ideenlosigkeit unseres Trainers, der fehlenden Kampfbereitschaft der Spieler, all das Ausgeblendet für diesen einen Tag. Mia san Mia – Finale Dahoam!

Solange ich denken kann verkörpere ich „weiter immer weiter“. Egal wie hart mich Persönlich das Leben getroffen hat besonnte ich mich stets auf die Devise „Niemals Aufgeben“ welche von den großen Helden unseres Vereins eindrucksvoll aufgezeigt wurde. In keinem Moment habe ich den glauben verloren und nun, mit diesem einzig Artigem Erlebnis am 19. Mai sollte ich belohnt werden. Es sollte mein Geschenk sein dafür das ich immer durchgehalten habe, immer aufrichtig war, immer versucht habe ein gute Mensch zu sein. Ja Freunde, das redete ich mir ein! Ich war fest davon überzeugt das es eben auch ein Stück, ein großes Stück, mein Finale sein sollte. Zugegeben der Tag begann perfekt, Strahlender Sonnenschein als ich zuhause abgeholt wurde. Zu 5. machten wir uns auf den Weg nach München alle in Rot weiß getaucht fuhren wir die 250 km in den Süden. Im Radio nur ein einziges Thema! Mein Herz klopfte so schnell wie noch nie und die Schlagzahl wurde mit jedem Kilometer näher an unserer Hauptstadt höher. Überall auf der A3 Autos mit roten Schals. Es war fantastisch!

In München angekommen erlebte ich etwas was ich vorher noch nie zu Gesicht bekommen hatte und ich bin mir zu 1000% sicher, nie mehr geschehen wird. Eine ganze Stadt völlig raus geputzt. Nachmittag um 3 der Marienplatz voll mit in rot und weiß gehüllte Menschen. Rote Bengalische Feuer, 250 Tausend Menschen mit einem großem Traum. Unser Traum!

Im Backstage schauten wir das Spiel, getroffen hatten wir uns vorher noch mit vielen anderen Verrückten mit denen wir Gemeinsam dieses Finale leben wollten. Nun wurde es ernst, die Vorfreude wich in Anspannung mit jeder Minute die der Anpfiff näher kam! Pünktlich um 20:45 begann sie meine persönliche Schlacht. Unsere Roten rannten gegen ein Blaues Bollwerk an, wir spielten sie an die Wand, wir kämpften sie nieder doch wir erzielten kein Tor bis zur 83. Minute. Freunde mir schießen die Tränen in die Augen, mein Magen dreht sich herum wenn ich an diesen Moment denke. Einmalig, nie zuvor, nie wieder werde ich soetwas fühlen wie in diesem Moment und die 5 Minuten danach. Auch wenn wir uns davon nichts kaufen können, auch wenn es den Schmerz im Endeffekt noch eindringlicher macht. Diese 5 Minuten in denen wir glaubten es könnte reichen waren unfassbar. Nun, ich brauche nicht viel mehr über das Spiel zu schreiben. Wir alle wissen was passiert ist. Drogba, der Robben Elfmeter und plötzlich der Penalty Shootout. Fest im Arm hatten wir uns alle vor der Leinwand aufgebaut. Lahm Trifft, Neuer hält, um uns herum ist der Wahnsinn ausgebrochen. Auch Neuer verwandelt einen Elfmeter. Es läuft alles für uns – wie schon einmal in diesem Spiel. Ihr wisst schon, diese 83. Minute. Als Schweinsteiger an den Elfmeter Punkt lief und der Ball an den Pfosten klatschte schaltete mein Gehirn ab. Ich verfiel in völlige Lethargie. Drogbas Siegtreffer ist nicht mehr in meinen Erinnerungen zu finden. Um mich herum ist alle Anspannung verschwunden, all die Last die wir mit uns trugen ist abgefallen, nur noch Leere Gesichter. Keine Träne wollte in mir hoch kommen. Mein Körper schaltete auf Überlebensmodus um. Ich sah all meine Freunde um mich herum, diese Ungerechtigkeit des Spiels in ihren Gliedern, in ihren Gesichtern, so viele Tränen. Sofort packte ich meinen Nebenmann der auf dem Tisch völlig in seinen armen vergraben saß. Ich nahm ihn in den Arm. Ohne ein Wort zu sagen. Ich wollte nicht allein sein, er wollte es auch nicht. Dieser Moment kam mir vor wie eine Ewigkeit. Ich zitterte am ganzen Körper, immer wieder ein Wechselbad in meinem Kopf. Müller, Drogba, Robben, Müller Drogba Robben…

Ich ließ ihn los, riss meine Augen wieder auf. „Es ist Realität“ Flüsterte ich leise für mich selbst. Wie in Zeitlupe, wie in einem Rausch blickte ich über all die Menschen um mich herum. Suchte irgendetwas an das ich mich festhalten kann. Marschierte zu meinem Freund Marco und nahm ihn in den Arm. Wie von seinen MingaBlogs gewohnt sprach er einen Philosophischen Satz. „Wer weiß wofür es gut war“. Mehr wollte ich nicht hören, mehr wollte er nicht sagen. Wir hielten uns auch sehr lange Fest. In diesen Minuten begann ich, vermutlich aus absolutem Selbstschutz zu versuchen allen um mich herum halt zu geben. Es war ein Gefühl als würde mich Säure von innen zerfressen. Jeder dieser verrückten Typen hätte es verdient jetzt mit mir Gemeinsam zu feiern, jetzt aber saßen sie alle da mit ihren zerstörten Träumen. Jedem einzelnen gab ich einen klapp ins Gesicht, jeden einzelnen nahm ich in den Arm. Ich rannte still schweigend ohne ein Wort zu verlieren hin und her und drückten jeden ganz Fest. Es war grausam. Es war wirklich grausam!

Die reihen lichteten sich langsam. „Diesen Abend Logisch zu erklären ist unmöglich“ hörte ich Wolf Christoph Fuß den Kommentator auf Sat 1 wie aus einem Nirwana sagen. Mein Handy vibrierte Sekündlich. Schweren Herzens und am Boden zerstört packten auch wir 5 uns nun und machten uns auf den Weg zu unserem Auto. Überall zersplitterte Träume. Keine Wut, niemand war aggressiv, es war nur Enttäuschung überall! Keiner konnte verstehen was passiert war. Unser Auto war in Garching geparkt was bedeutete das wir an der Allianz Arena vorbei laufen mussten. Noch in der U-Bahn fürchtete ich mich vor dem Moment in dem ich sie leuchtend sehen würde. 23:56 war es als ich zwischen Marienplatz und Freimann das erste mal auf mein Handy schaute. 16 neue SMSn. Ich kriege sie alle noch hin. Ich weiß noch genau was von wem geschrieben wurde. Die meisten waren beileids- Bekundungen. Ich antwortete auf keine einzige. Dann war es soweit, Fröttmanning Ubahn Station. Der lange Weg an der Arena vorbei zu unserem Auto „ohhh Chelsea FC, Champions of Europe ohh Chelsea FC“ schlug uns entgegen. Tausende Blues Fans die in die Innenstadt wollten um ihren Sieg zu feiern. Ich war nicht wütend auf Sie, aus irgendeinem Grund gönnte ich den Jungs ihren Moment. Ich wollte niemandem wünschen diesen Schmerz zu fühlen der in mir herrschte, auch denen nicht obwohl sie ja mit ein Grund waren das sich mein gesamter Körper verkrampfte. Auch die Anhänger von London waren nicht provozierend. Nein im Gegenteil, teilweise verstummten die Gesänge sogar wenn wieder einmal ein Paar Rote den Weg kreuzten. Sie sahen uns tief in die Augen mit einem Gemischten Blick aus purem Stolz und Mitleid. Als wollten sie sagen „wir können doch auch nichts dafür“ als wollten sie uns irgendwie Trost zu sprechen.

Jetzt war es soweit, noch zwei Schritte und ich konnte es sehen. Das Fussball Stadion in dem vor wenigen Minuten all meine Hoffnungen im Staub zertreten wurden. Sie leuchtete wundervoll in der Dunkelheit. In dieser klaren, warmen Nacht. Wieder ein Flash back in meinem Kopf. Müller, Drogba, Robben. Der am Boden zerstörte Schweinsteiger und zum ersten mal seit der Sekunde des letzten Elfmeters. Überkamen mich die Tränen, mit starrem Blick auf die in Türkis getauchte Arena biss ich mir auf die Zähne. Ich wollte Solz ausstrahlen, ich wollte trotz ausstrahlen doch es war nicht mehr möglich. Jetzt war mir klar was passiert ist, ich hatte meine Persönliche Schlacht verloren und die Chance so etwas noch einmal zu erleben wird nie wieder kommen. Es war vorbei…

In den Folge Tagen wollte ich von Fussball nichts wissen. Ich wollte nicht über das geschehene Sprechen. Ich will es bis jetzt nicht. Manchmal wache ich Nachts auf und glaube das alles wäre nie Passiert, glaube daran das der 19 Mai 2012 noch vor mir liegt… Es sind die schlimmsten Momente wenn man sich selbst klar machen muss das, dass nicht der Fall ist. Ich habe keine Lust auf die nächste Saison, mir sind die Probleme in unserem Verein egal. Irgendetwas ist in mir gestorben. Das letzte was mir geblieben ist dieser Glaube, das Gefühl welches „weiter immer weiter“ vermittelt es ist verloren, es ist verloren weil unsere Mannschaft am 19. Mai dieses Credo nicht gelebt hatte.

Gerade jetzt ist diese EM, dieser große Kommerz Event. Diese Spiele in denen sich alle freuen, alle ihre Autokorsos machen werden. Ich bin kein teil davon. Ich habe Fernweh, ich will von alledem nichts hören. Es interessiert mich einfach nicht…

Rot… naja grüße halt.

Flo


Bis zur Unsterblichkeit

 

 weiter, immer weiter

…und noch viel weiter! Freunde es ist soweit, der Tag der Tage ist so nah. Aktuell sind es noch etwas mehr als 33 Std bis zum Anpfiff des Spiels das über Tod oder Gladiolen entscheiden wird. Das Champions League Finale, das Spiel, Chelsea gegen Bayern – Dahoam!

Ein Endspiel ist für die Seele eines Fans immer etwas besonderes, ein Europapokal Endspiel das größte was man erleben kann, jedoch ein Finale Dahoam ist einmalig! Noch nie gab es eine solche Konstellation in der Geschichte der CL, nie wieder werden wir Fans so etwas erleben. Es ist ein 6er im Lotto.

Dementsprechend schlägt mein Herz auch schon weit über der normal Drehzahl. Bereits am Montag früh war der Ärger und die Enttäuschung über das 2:5 gegen Grosskreutz und Weidenfeller vergessen. Mein ganzer Körper ist Fokussiert auf morgen Abend, mein Blut kocht und meine Hände zittern vor Aufregung. Wer mich kennt und meinen Blog schon etwas länger verfolgt der weiß das dieses Match am Samstag sogar noch mehr ist als dieser einmalige Moment den ich nie wieder erleben werde. Es ist viel mehr, es ist eine persönliche Schlacht.

„Und dann kamen Sie die Italiener und saugten mir eiskalt das Leben aus meiner Seele, alles war Kalt und düster – alles verlor an Bedeutung“…- waren die Worte die ich am Tag nach der Niederlage gegen Inter Mailand in Madrid gepostet habe. Dieser Schmerz war das schlimmste was ich je erlebt habe, dieser Schmerz ist immer noch präsent. Diese schreckliche Szene als Millito mit dem zweiten Tor meinen Körper und meine Seele einfach zu Boden warf. Wenn es ganz Still ist sehe ich alles noch heute vor mir als wäre es erst gerade eben geschehen. Ich Sacke zusammen, falle mit dem Rücken an eine Wand hinter mir und breche in mich zusammen, grausam einfach grausam.

Hinter uns liegt eine schreckliche Saison, nüchtern betrachtet und alle Schein-Erfolge und 7:0 Siege einmal ausgeblendet stehen wir vor einem Scherben Haufen. Ein Konzeptloser Verein, mit einem Trainer ohne System und einer Mannschaft ohne Kopf. Nüchtern betrachtet müssten meine Sorgenfalten GrandCanyon tief sein. Doch nüchtern betrachtet wird in diesen Tagen nichts – das alles ist egal. Das alles ist für diese Tage nicht real, über all das muss ab Sonntag nachgedacht werden. Nicht jetzt! Mein Gesamter Fokus richtet sich auf diese 90 Minuten + X gegen Chelsea.

„Minga putzt sich raus“ ist der Slogan der derzeit überall zu vernehmen ist. 50 Brücken in der Fussballhaupstadt sind mit Rot-weißen Farben versehen. Jeder Besucher, Fan, Bewohner ist aufgerufen am Samstag Rot und Weiß zu tragen. Die Innenstadt komplett getaucht in ein Meer aus unseren Farben! mehr als 250 Tausend (!!!) Menschen werden kommen um Gemeinsam den Traum zu träumen um Gemeinsam das Schicksal zu beeinflussen. Nie hat die Welt so etwas erlebt, nie habe ich so etwas großes erlebt – Es wird an Unsterblichkeit grenzen. Oh Freunde ich kann euch gar nicht sagen wie sehr ich glühe während meine Finger gerade über die Tastatur gleiten. Es wird meine persönliche Schlacht und es wird unser Sieg – es kann, es DARF nicht sein das uns das Schicksal zwei mal innerhalb von drei Jahren so hart bestraft. Nicht in München, nicht in unserem Wohnzimmer, nicht am 19. Mai! Glauben wir daran Brüder und Schwestern, glauben wir fest daran – denn es wird unsere Nacht werden, jene Nacht von der wir in 50 Jahren unseren Enkeln erzählen werden. Jene Nacht in der ganz München Unsterblich wurde.

Rot/Weiß-raus geputzte Grüße!

Flo

 


Wahrheiten…

Nichteinmal 24 Stunden nachdem ich versucht habe meinen Gedanken Worte zu geben hat der user „DGE“ auf http://www.qiumi.de jenes für mich übernommen. Er bringt all das auf den Punkt was Sache ist, Wahrheiten eben! Ich verneige mich vor diesem Beitrag:
 
 
 
Auch nach einigen Stunden Luft wird es bei mir gerade nicht besser. Ich besitze eh ein Doppelkinn und damit einen dicken Hals – aber seit Samstag ist alles zu spät und ich habe einen Kragen sonders gleichen. Dabei ist das Problem des Problems, dass man es nicht wirklich zu fassen kriegt?Mangelnde personelle Stärke? Nee, da gehe ich nicht mit. Jedenfalls nicht unmittelbar. Fußballerisch muss sich unsere erste Elf auf den Einzelpositionen nur vor wenigen verstecken. Sicherlich kann man über einen 10er nachdenken. Ich wage aber zu bezweifeln, dass es mit einem solchen getan wäre. Letztlich ist es eine Systemfrage. Und wer sein System nur unzulänglich umsetzt, den beißen die Hunde – so, oder so.

Mir fallen zwei Dinge auf: Erstens sind wir offenbar nicht in der Lage, schnell umzuschalten und bei einem Ballgewinn schnell und sicher in die Spitze zu spielen. Gerade dieses schnelle Spiel nach aktivem Pressing macht hingegen Dortmund und Gladbach derzeit so erfolgreich. Hier mangelt es offenbar an Absprache, Plan, System und Taktik. Und damit ist es in erster Linie eine Frage für den Trainer. Zum anderen haben wir ein strukturelles Problem bei den Persönlichkeiten unserer Mannschaft. Die Kameraden wirken mit Ausnahmen alle satt und müde. Jedenfalls aber sind komischerweise nie mehr als ein oder zwei Personen gleichzeitig am Ackern. Und das bricht uns derzeit das Genick. Einerseits haben wir genug fußballerische Größen von Rang und Namen im Kader. Die brauche ich kaum aufzählen. Es scheint nur so, als würden die Spieler untereinander genau diesen Umstand als Alibi vor sich hertragen, um die Verantwortung abzugeben. Tymo auf Kroos, Kroos auf Ribery, Ribery auf Robben, Robben auf Gomez, Gomez auf Kroos. Obwohl ich eigentlich der Meinung bin, dass wir qualitative Defizite vor allem im Defensivbereich haben, manifestieren sich die Probleme aktuell vorne. Da passiert nichts. Nichts.

Irgendjemand merkte die Tage schon mal treffend an, dass wir evtl. innerhalb der Mannschaft zu wenig Konkurrenzdruck haben. Warum sollte ein Lahm derzeit brennen, ein außergewöhnliches Spiel zu spielen. Solange er risikofrei seinen Stiefel abreißt, ist doch alles paletti. Ich finde, die Herausnahme von Robben hat jenem gut getan. Er wirkte gegen Freiburg wesentlich engagierter als zuletzt. Nur: Offenbar baut der Trainer den notwendigen Druck nicht auf. Wir haben zig Spieler, die wir nie auf dem Platz sehen. Würde man Usami oder Petersen endlich Mal die Möglichkeit geben, etwas zu zeigen, wäre bei diesen jedenfalls die notwendige Motivation vorhanden und man würde den Stammspielern zeigen, dass sie eben nicht von Grund auf unverzichtbar sind. Sollte man dem Rest des Kaders nicht zutrauen, diese Aufgabe partiell zu übernehmen, stellt sich die Frage, warum man sie dann verpflichtet hat. So jedenfalls macht das keinen Sinn.

Im Übrigen verstehe ich nicht, warum man gegen Freiburg mit zwei nominellen Sechsern und einem Stürmer aufläuft? Warum zum Henker spielen wir da nicht Mal ein 4-4-2 mit Raute

——————Neuer——————-
Rafinha–Boateng–Badstuber–Lahm
————-Tymo/Gustavo————– (grds. natürlich Schweinsteiger)
Robben—————————–Ribery
——————Kroos——————–
——-Müller/Olic——-Gomez———-

Warum spielen wir nicht einfach irgendetwas anderes? Ich verstehe es nicht.

Jedenfalls laufen wir seit Monaten und Wochen völlig blutleer durch die Gegend und versuchen uns, mit markigen Sprüchen über Wasser zu halten. Ich bin ja schon grds. eher ein Freund des gepflegten Understatements, auch wenn man mit den Jahren als Anhänger dieses Vereins etwas anderes vorgelebt bekommt. Ist ja auch okay – hat ja nicht geschadet. Seit Wochen höre ich aber nur hohles Gewäsch: „…werden immer die besten Einzelspieler haben…“/“…hatte vielleicht zu großen Respekt….“ (nach Reus -> Dortmund), „…bestes Trainingslager aller Zeiten…“, „…haben Dortmund 2 Millionen geliehen…“, „…Schiris gegen Bayern…“ uswusf, dazwischen noch ein bisschen Gesabbel über schlechte Plätze und das CL-Finale und dann……….???

Schlechte Unentschieden in Freiburg und Hamburg, dazu eine verdiente Niederlage in Gladbach. Das ist einfach schlecht, beschämend und zu wenig, vor allem, weil wir immer noch nicht wach werden, sondern ein ums andere Mal so tun, als sei all‘ das und jenes ein Ausrutscher. Fuck it, echt. Vor allem: Unsere Gegner interessiert das alles nicht. Die ignorieren das alles einfach cool wie Hundeschnauze – und machen damit das einzig richtige. Schon in Dortmund war man total unaufgeregt letztes Jahr. Das setzt man in dieser Saison fort. Gab es irgendwelche Antworten auf Reus und/oder Steinzeit-Darlehen? Nope. Nichts. Nada. Die haben einfach gerafft, dass es nichts bringt, sich wie all‘ die Bremer, Leverkusener und sonstigen Idioten aufzuregen und wie all‘ die Toppmöllers, Daums und Lemkes uns in der Lautstärke überbieten zu wollen, was am Ende nur Nerven und Ressourcen kostet. Die lassen Uli labern, machen ihr Ding, spielen guten Fußball und hauen uns zweimal deutlich und offen auf die Fresse und das war es dann. Punkt. So läuft der Hase. Aber anstatt endlich Mal diesen Kampf aufzunehmen: Geblubber und Gelaber, dass unnötigerweise noch den Elf auf dem Platz zusätzliche Alibis verschafft. „Dortmund vorne???? Pfffff! Denen haben wir ja Mal im Mittelalter…….“

Aber Hauptsache, wir man hat uns 3 Millionen Mal „geliked“. Mir wäre es wichtig, man würde sich endlich nochmal auf Fubbes konzentrieren. Weil wichtig is‘ immer noch auf’m Platz. Das würde ich „liken“. Boah, was ein unsäglicher Scheiß. Und die ganzen halbesoffenen Idioten unten auf der Straße, die es einmal im Jahr schaffen, sich den Stock aus dem Arsch zu ziehen und „fröhlich“ zu sein, machen es echt nicht gerade besser. Manchmal hab‘ ich einen Hass in mir…unsäglich…

 
Rot-weiße Grüße
 

Marke statt Mentalität

 
 
Als am Samstag Abend das Spiel gegen Freiburg abgepfiffen wurde war ich Sprachlos. Einmal mehr wurde die Hilfslosigkeit unserer Mannschaft und die Ideenlosigkeit unseres Trainer so klar aufgezeigt wie die Neon Gelben Schuhe von Franck Ribery im Nachthimmel leuchten. Das übrigens war das auffälligste von unserem französischen Ausnahme-Dribbelkünstler auch wenn er im Gegensatz zu vielen anderen zumindest ein wenig bemüht war. Das Spiel beim Tabellen letzten ist Sinnbild für alles was in diesem Verein Sportlich und Politisch derzeit falsch läuft, Wahnsinn.Es zerfrisst einen Menschen wie mich, der sein Herz voll und ganz dem Verein geschenkt hat, förmlich wenn man zusehen muss wie unmotiviert und planlos unsere Männer über den Platz Stolpern. Koa Herz, Koa Engagement… Thats it! Eine Muschi-Truppe ohne Anführer ist es habe ich einst einmal geschrieben. Wie recht ich damit hatte sollte nun langsam den letzten verblendeten Hoeneß Jüngern bewusst geworden sein. Weder Heynkes noch Lahm sind in irgendeiner weise fähig zu führen oder zu lenken. Unser „Kapitän“ ist eine Metapher für das Gesamte Konzept. Wunderbar brachte dies mein Freund vom Mingablog in einem Beitrag auf den Punkt:
Es ist doch auch nach wie vor eine Scheißhausidee, einen linken Verteidiger zu einem Kapitän zu machen. Wenn das nicht grad Paolo Maldini ist, der aber auch eine ganz andere Ausstrahlung hatte und bei dem alles Hand und Fuß hatte, dann ist das ne blöde Idee. Lahm hat doch auch niemand einen Gefallen damit getan. Er war eine super Außenverteidiger, bis auf einmal wieder irgendwelche Imageberater und irgendwelche Argenturen entschieden haben, aus dem Lahm kann man ne Menge Geld machen und statt Fußball das Image mindestens genauso wichtig wurde. Und Lahm macht dieses Spiel mit wie kaum ein Zweiter. Wie gern sieht er sich selbst in der Rolle des Chefs, wie gern hört er sich selbst reden. Nur ist dieses ganze Gebilde künstlich, das ist von außen geschaffen, das ist nicht natürlich gewachsen. Wenn ein Fußballspiel angepfiffen wird, ist sowas eben nichts wert. 90 Minuten Fußball ist immer noch die Wahrheit. Lahm versucht krampfhaft diese Chefrolle auszufüllen und je mehr er es versucht, umso weniger ist er der unbekümmerte, bärenstarke Außenverteidiger, der er mal war. Das ist dieser ganze Imagedreck, der heutzutage um Fußballer veranstaltet wird, um noch mehr Geld aus ihnen rauszupressen. Manchen verdreht dieser ganze Scheiß eben komplett den Kopf. Und Lahm ist dafür ein Paradebeispiel. Ich wette, der guckt in den Spiegel und sieht Napoleon.
Lahm ist nicht unser größtes Problem, das ist richtig. Aber Lahm ist das Sinnbild unseres größten Problems. Das so ein weichgespülter Opportunist Kapitän des FC Bayern München sein kann, ist der verklärten, Sommermärchen geschädigten und aalglatten Sicht auf den modernen Fußball im gesamten Verein zu verdanken. Insofern steht Lahm als Metapher für den völlig falschen Weg, den der Verein in allen Belangen eingelegt hat. Ein Weg, der Image und das erschließen zahlungskräftiger Kundschaft vor ehrliche Arbeit setzt. Ein Weg, der die 90 Minuten auf dem Platz nicht mehr im Zentrum der Gedanken hat, sondern bei dem vieles andere wichtiger zu sein scheint. Ein Irrweg, der uns mittelfristig vielleicht sogar die Vormachtstellung im deutschen Fußball kostet. Im Moment sind wir zuerst eine Marke und danach erst ein Fußballverein. Diese Denkweise muss schleunigst wieder umgekehrt werden, ansonsten werden weiterhin kontinuierlich die falschen Entscheidungen getroffen werden.
 
Zum Spiel ansich und oder zu weiteren Spielern möchte ich gar nicht viel sagen. Dafür fehlen mir im Moment einfach die Nerven. Es ist an der Zeit etwas zu ändern, es ist Zeit für neue Gesichter: VORSTAND RAUS!
 
Rot-Weiße Grüße

Flo

 

ein Ausdrücklicher Wunsch

 

Mit:

Es war ausdrücklich der Wunsch des Trainers, im Winter nichts mehr zu machen.

  

wurde Karl Heinz Rummenigge (Ihr erinnert euch, einer der in unserem Verein etwas zu sagen hat) gestern in der Zeitung mit den 4 großen Buchstaben Zitiert.  Ich kann mir ja nicht helfen aber irgendwie meine ich so etwas schon einmal gehört zu haben. Damals in dieser dunklen Zeit als Dortmund wundervollen Fussball spielte und wir uns von Spieltag zu Spieltag stolperten. Damals als Arjen Robben nicht richtig in tritt war und unser Torwart patzte. Damals als an unserer Außenlinie ein knochiger alter Mann als unser Trainer stand.

„Damals“ ist gerade ein Jahr her. Der Knochige alte Mann war Luis Van Gaal – jener Van Gaal der alles so wahnsinnig schlecht gemacht hat. In unserem Tor stand Thomas Kraft welcher gekonnt im Hexenkessel von Mailand seine Feuertaufe bestand und Arjen Robben stolperte wie so viele andere in unserem Trikot nur seiner Form hinter her. In dieser dunklen Zeit wurde all das unserem damaligen Trainer an den Mantel geheftet. Wir Spielten zu durchschaubar, unsere Ausrichtung wäre nur auf Ballbesitz ausgelegt, schnell Kontern können nur die anderen und allgemein rennt man den Ansprüchen weiter hinter her.  Mit Dortmund wollte man sich Messen und verlor eher kleinlaut vor Heimischer Kulisse und als Thomas Kraft dann sogar einen Fehler gemacht hat der zu einem Gegentor führte, auch deshalb weil Philipp Lahm nicht besonders viel Engagement zeigte, sah sich unser Vorstand gezwungen die Reißleine zu ziehen und Luis Van Gaal zu beurlauben obwohl jener noch ein paar Wochen vorher seinen Vertrag verlängert bekam.

Irgendwie fühle ich mich sehr seltsam während ich diese Zeilen schreibe und irgendwie scheint mir die Erinnerung sehr aktuell obwohl doch unter Jupp Heynkes und unserem Heilsbringer Manuel Neuer alles so viel leichter geht und besser und schöner…So wie gegen Wolfsburg zb am letzten Samstag und bestimmt auch beim Topspiel in Hamburg am kommenden Spieltag. Bis zu -15 Grad sollen es in der Hanse Stadt werden und ganz ehrlich gesagt habe ich kein gutes Gefühl dabei. Es sind Temperaturen bei denen wir Männer auf dem Platz bräuchten und keine Schöngeister, es ist ein Wetter bei dem man beißen, kratzen und fighten muss. All das was unsere Mädchen nicht können und die Spieler vom HSV tun werden. In einem Stadion in dem wir in den letzten Jahren sowieso selten besonders gut ausgesehen haben.

Mit welcher Leichtigkeit wird Heynkes seinen Gegner schlagen wollen ? Mit welchem Konzept, das nicht auf Ballbesitz ausgelegt ist und schnelle Konter beinhaltet ? Mit welchen Spielern, die 25 Millionen Euro kosten und keine Spielentscheidenden Fehler machen ? Ich will damit nur eines sagen Herr Heynkes: Passen sie auf ob sie nicht ein Angebot auf Vertragsverlängerung bekommen, denn dann ist die Reißleine vielleicht schon gespannter als Sie vermuten!

Herzlichst und mit Rot-Weißen Grüßen

Flo


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